Schaut hin!

9,90 

ISBN: 978-3-937787-31-2 Kategorie:

Beschreibung

Events locken große Menschenmengen in noble Museumsneubauten und Großausstellungen. Das ist gut. Dort angekommen hinterfragt niemand die Produzenten und ihre Produkte. Es wird schon Kunst sein, wenn sie publikumswirksam präsentiert, in anspruchsvollen Medien von Fachleuten mit wichtigen Worten veredelt ist und recht viel kostet. Dann nicken wir das ab.

Ist Kunstfreiheit ein behüteter Freiraum für verantwortungsbewusste Könner und Kenner? Oder wird diese Freiheit spekulativ und beliebig ausgebeutet?

Der unbedingt sinnvolle Schutz der Kunstfreiheit schützt ziemlich undifferenziert alle und alles. Qualitäten sind subjektiv, entziehen sich also der Überprüfbarkeit etwa durch Warentests. Versierte Marktkenner und Marktöffner haben sich diese Verlockungen längst zueigen gemacht. Sie bugsieren Künstler laut plätschernd an die Oberfläche. Dort angekommen darf nahezu jede Sichtbarkeit Kunst genannt werden. Wie Blindenhunde führen Händler millionenschwere Konsumenten zu den Renommierstückchen.

Diese Streitschrift weist auf mögliche Irrwege in der Entwicklung zur Moderne hin, nennt aber auch Qualitätsannäherungen zu Kunst und fragt nach Verantwortung für den Wert der Freiheit. Die Schrift verletzt intellektuelle Eitelkeiten und stört Geschäftemacher. Teils sachlich, teils feuilletonistisch, teils bissig.
Erwartete Reaktionen sind Arroganz, Aggressivität, Ignoranz – aber aus anderen Richtungen auch Interesse, Diskussion oder Zustimmung.